„Nationale Mortalitätsregister“.

„Nationale Mortalitätsregister“.

Moderation:

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) hat eine Arbeitsgruppe zur Erstellung eines Nationalen Todesindexes / Nationalen Mortalitätsdatenbank eingerichtet. Ein National Death Index deckt alle Todesfälle in einem Land ab, die wichtige Daten, grundlegende biographische Informationen und eine detaillierte Dokumentation der Todesursache(n) für jeden Fall enthalten. Viele andere Länder haben solche nationalen Todesindizes, einige schon seit Jahrzehnten. Ein National Death Index ist eine unverzichtbare Infrastruktur für die soziale, gesundheitliche und medizinische Forschung. Die Erfassung von Lebensereignissen sowie die Dokumentation der Todesursache ist das älteste und umfassendste System der öffentlichen Gesundheitsüberwachung. Die internationale Kompatibilität solcher Datenbanken eröffnet viele Möglichkeiten zur Identifizierung von Morbidität und Mortalitätsrisiko, erfordert aber mehr gemeinsame Merkmale als die ordnungsgemäße Verwendung der Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD).

Allgemeine Empfehlungen zur Datenqualität und zu Verfahrensstandards sollten zumindest diese Bereiche abdecken: (1) Geschwindigkeit (In den US National Death Index Datensätzen sind erst 18-24 Monate später verfügbar), (2) Vollständigkeit (in kleineren europäischen Ländern verbringt ein erheblicher Teil der Bevölkerung einige Jahre im Ausland, daher sollte es einen Austausch von Sterblichkeitsdaten zwischen den Geburtsländern geben); (3) Rekordverknüpfungskapazität; (4) Multi-Kausalitätsmerkmale in der Todesursachen-Dokumentation;(5) Konvertierbarkeit zwischen Verschlüsselungssystemen; (5) Effiziente, Information erhaltende Datenschutzfunktionen; (6) Datenqualitätsdokumentation; (7) Hohe Bioethikstandards.

Konkrete Empfehlungen müssen das föderale Regierungssystem in Deutschland mit drei Regierungsebenen (Bund, Land, Gemeinde) sowohl in der Gesetzgebung als auch in der Verwaltung berücksichtigen, mit einer universellen, aber sehr dezentralen Erfassung jeder Geburt und jedes Todes und aller Bewohner und Umzüge sowie einer vollständig getrennten Verarbeitung der Sterbeurkunden.

Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe werden von einem kleinen Expertengremium, bestehend aus Karl-Heinz Jöckel (Essen), Sabine Luttmann (Bremen), Ulrich Müller (Marburg), Mechthild Vennemann (Münster), vorgestellt und diskutiert.

nota bene Dr. med. med. Sabine Luttmann Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin Universität Bremen

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